Heidrun Jakobs - 01. März 2026
Seit dem 1. März 2026 ist die neue Geldwäschemelde-Verordnung (GwGMeldV) in Kraft. Im Großen und Ganzen stehen Sie als Bankkunde jetzt im Geldwäsche-Verdacht. Beispielsweise dann, wenn Sie von Ihrer Tante ein Geldgeschenk über € 10.000,00 erhalten haben und das Bargeld jetzt auf Ihrem Konto einzahlen wollen. Oder ein altes Auto verkauft haben und das Bargeld auf Ihrem Konto einzahlen wollen. Ich erkläre Ihnen warum:
Die neue Verordnung verlangt von den Banken, dass bei hohen oder ungewöhnlichen Barein- oder Auszahlungen, plötzlich großen Geldeingängen ohne klare Herkunft, Auslandsüberweisungen mit vagem Verwendungszweck und auch Kontobewegungen, die vom üblichen Kontomuster abweichen, Verdachtsmeldungen an die Financial Intelligence Unit, kurz FIU, abgegeben werden müssen. Die FIU ist beim Zoll angesiedelt und analysiert als Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz.
Wie kommt es jetzt zu solchen Verdachtsmeldungen? Bei ungewöhnlichen Kontobewegungen, etwa bei Barein- und Auszahlungen ab € 8.000,00, die für die Bank unerklärlich sind, schlagen die EDV-Systeme der Bank an und es wird automatischen eine Verdachtsmeldung an die FIU erstellt. Hiervon erfahren Sie nichts. Die Bank sind verpflichtet Ihnen gegenüber über diesen Vorgang zu schweigen. Ein sicheres Indiz, dass eine solche Verdachtsmeldung an die FIU erteilt wurde, ist eine Kontosperre. Für Kontosperrungen dieser Art ist insbesondere die Commerzbank berühmt und berücksichtigt. Ich habe zahlreiche Mandanten vertreten, denen schon in der Vergangenheit, meist völlig willkürlich, die Konten gesperrt wurden. Zwar konnten diese Vorgänge alle aufgeklärt werden und in keinem bei mir geführten Fall hat sich ein Geldwäsche Verdacht bestätigt. Das tröstete die Bankkunden aber wenig, wenn sie über einen beträchtlichen Zeitraum keinen Zugang zu ihren Konten mehr hatten und der Lebensunterhalt nur schwerlich bestritten werden konnte oder Firmen ihre Arbeitnehmer nicht mehr bezahlt konnten. Mit der neuen Verordnung werden diese Fälle nicht weniger. Einer willkürlichen Handhabung von Verdachtsmeldungen sind Tür und Tor geöffnet.
Was können Sie jetzt tun um solche Verdachtsmeldungen zu vermeiden? Hier stelle ich Ihnen die wichtigsten Regeln an die Hand:
1. Kündigen Sie Ihre Bankverbindung bei den Großbanken wie Deutsche Bank, Commerzbank oder Postbank, bei denen Sie keinen persönlichen Ansprechpartner haben und führen Sie ihre Konten bei kleineren Sparkassen oder Volksbanken. Bei kleineren Banken kennt man Sie in der Regel und ist bei Verdachtsmeldungen zurückhaltender.
2. Dokumentieren Sie die Herkunft größerer Beträge etwa mit Verträgen, Rechnungen, Kontoauszügen und Notarurkunden bei Erbschaften/Schenkungen. Insbesondere Bargeldbewegungen sollten Sie gut mit gut mit Quittungen, Verkaufsverträgen etc. belegen können. Häufige hohe Einzahlungen wirken immer risikoreich. Gehen Sie bei zu erwartenden größeren oder ungewöhnlichen Kontobewegungen proaktiv auf Ihre Bank zu und belegen diese Zahlungen.
3. Formulieren Sie den Verwendungszweck bei Überweisungen konkret (z. B. „Kaufpreis Kfz- Rechnung 1234 vom 20.02.2026“ anstatt „Privat“, damit Sie gar nicht erst den Argwohn der Bank wecken.
4. Wenn dann die Bank doch einmal nachfragt, antworten Sie schnell und sachlich und bieten Nachweise für die Zahlungsströme an.
5. Manchmal blockieren Banken trotzdem vorübergehend das Konto oder stellen übertriebene Forderungen, auch wenn alles in Ordnung ist. Bei solchen Problemen holen Sie frühzeitig fachlichen Rat ein. Als Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht kenne ich die internen Prozesse der Kreditinstitute und setze Ihre Rechte zügig durch. Rechtsschutzversicherungen sollten in der Regel die entstehenden Anwaltskosten übernehmen.
Haben Sie bereits eine Anfrage Ihrer Bank erhalten, machen Sie sich Sorgen wegen einer Transaktion oder wollen Sie einfach auf Nummer sicher gehen? Dann vereinbaren Sie mit mir eine Erstberatung und schreiben mir eine kurze Nachricht. Ich melde mich schnellstmöglich bei Ihnen.





